Zum Heiligen Martin fällt den meisten Menschen zuallererst die Legende von der Teilung seines Mantels mit einem frierenden Bettler ein. Aber auch die gackernden Gänse, die ihn in seinem Versteck verrieten und die traditionellen Laternenfeste werden mit dem Heiligen in Verbindung gebracht. Aber was hat der Heilige Martin nun mit dem Apfel zu tun?

Es gibt durchaus auch Bezüge zum Apfel, die aus der Volkskultur und den Martinsbräuchen stammen:

Ernte- und Dankeszeit

Der Martinstag (11. November) markiert traditionell das Ende des bäuerlichen Jahres. Zu dieser Zeit wurden die letzten Feldfrüchte und Früchte gelagert oder verzehrt – darunter auch Äpfel. Der Apfel stand und steht sinnbildlich für die Ernte, Fruchtbarkeit und Dankbarkeit.

Martini-Märkte

Auf vielen Martinimärkten wurden Äpfel (und anderes Obst) verkauft. Der Apfel ist also Teil der kulinarischen Tradition rund um das Fest.

Symbolik

Der Apfel ist seit jeher ein Symbol des Lebens und der Fülle. Zum Martinstag, an dem das Teilen und die Nächstenliebe im Vordergrund stehen, passte er gut als Gabe oder Geschenk, das man mit Kindern und Armen teilte.

Regionalbrauchtum

In manchen Gegenden (z. B. im Alpenraum) gab es zu Martini sogenannte „Martinigaben“, oft bestehend aus Nüssen, Äpfeln und Gebäck. Kinder zogen von Haus zu Haus (ähnlich wie beim Martinssingen) und bekamen auch Äpfel geschenkt.

Kurz gesagt: Der Apfel ist nicht das Hauptsymbol des Hl. Martin, aber er gehört als Frucht der Erntezeit und traditionelle Gabe in vielen Regionen zu den Bräuchen rund um den Martinstag. Und letztlich finden sich Äpfel auch im traditionellen Ganslessen an Martini sowohl als Füllung als auch als Beilage in Form von Bratäpfeln wieder. Aber das ist eine andere Geschichte … Rezepte dazu finden sich hier.